Nachhaltigkeit

1. Naturgesetze
Seit 3,85 Milliarden Jahren gibt es Leben auf der Erde. Ebenso lang wird der Boden, die Wälder und die Tiere genutzt um zu überleben und sich fortzupflanzen bis hin zur intensiven Nutzung der natürlichen Ressourcen der Neuzeit.

Die natürliche Symbiose, d.h. das Zusammenspiel von Mensch und Natur ermöglichte erst, die Entwicklung der Menschheit und der Tierwelt den jeweiligen Bedürfnissen anzupassen und voranzutreiben. Diese Ressourcen wurden nicht rechnerisch, aber mit gesundem Menschenverstand genutzt – ohne Nutzung der Umwelt, die den Völkern auch ein Überleben für die Zukunft sichern sollte. Es wurde nachhaltig gelebt, nicht aufgrund von Gesetzen oder Vorschriften. Zweck und Ziel war einzig und allein den Naturgesetzten der Gegenwart folge zu leisten.

Was ist Nachhaltig (-keit)
Nachhaltig ist eine Entwicklung dann, wenn sie den Bedürfnissen der heutigen Generation entspricht, ohne die Möglichkeit künftiger Generationen zu gefährden.

Vergangenheit Europa - Beispiel Wald
Heute sind die Hügel der Mittelmeerländer weitgehend kahl. Ein Resultat des Holzschlages von der Antike bis ins 19. Jahrhundert. Holz wurde überall gebraucht; für die unzähligen Kriegs- und Handelsflotten, die in den letzten 2000 Jahren die Weltmeere befahren haben, zum Bauen von Häusern und zum Heizen. Für Weideflächen wurden in der nahen Umgebung der Siedlungen riesige Gebiete gerodet.

Einmal des Waldes beraubt, konnte der Boden dem Wind, der Sonne und dem Regen keinen Widerstand mehr entgegensetzen. Die fruchtbaren Waldböden wurden weggeschwemmt. Das Prinzip der Nachhaltigkeit in der Waldwirtschaft wurde im
17. und 18. Jahrhundert nicht erkannt und zugunsten kurzfristiger Erfolge mit Füssen getreten.

Ende des 18. Jahrhunderts wurde deshalb der Begriff Nachhaltigkeit zum ersten Mal schriftlich niedergeschrieben: Schlage nur so viel Holz, wie der Wald verkraften kann; wie nachwachsen kann. Lebe von den Zinsen des Kapitals Wald.

So wie es vielen Wäldern am Mittelmeer ging, so kann es auch in der industrialisierten Welt gehen. Die Studie „Grenzen des Wachstums“ an den Club of Rome, kann heute als „Geburtsstunde“ der Nachhaltigkeit gesehen werden. Auch wenn mit überspitzten Formulierungen wie einem katastrophalen Niedergang des Lebensstandards und der Weltbevölkerung voraus gesagt wurde.

Fest steht, dass es DIE wirkliche Nachhaltigkeit noch immer nicht gibt – aber seit dem „Erdgipfel“ 1992 in Rio de Janeiro wurde allen klar, dass die wirtschaftliche und gesellschaftliche Entwicklung ihren Kurs ändern muss. Ziel war und ist es, mehr Rücksicht auf die Belange der Umwelt zu nehmen, um ein Überleben aller Menschen der Erde zu ermöglichen, auch für die ärmsten der Drittweltländer. Dafür braucht es eine weltweite Partnerschaft und das Verantwortungsbewusstsein jedes Einzelnen.

Was also versteht man unter Nachhaltiger Entwicklung?

   - eine dauerhafte und umweltfreundliche Entwicklung
   - eine ökologisch dauerhafte Entwicklung
   - eine zukunftsverträgliche Entwicklung
   - eine zukunftsfähige Entwicklung

Für uns, eine im Lebensmittelhandel tätige Unternehmung
bedeutet das:

   - die Produkte müssen „ehrlicher“ werden (Rückverfolgbarkeit)
   - aus artgerechter Aufzucht stammen
   - eine dauerhafte und umweltgerechte Entwicklung verfolgen
   - menschwürdige Arbeitbedingung im ganzen
    Kreislauf der Produktion
   - unseren Abnehmern die Nachhaltigkeit näher bringen
   - mit Hilfe der Konsumenten den Produzenten
    den Preis zu garantieren, der eine nachhaltige
    Produktion und Entwicklung möglich macht

Davon betroffen sind gleichermassen Basis- wie Luxusprodukte.

Die nachhaltige Landwirtschaft hat sich der grossen Heraus-
forderungen zu stellen:

   - Wirtschaftliche Stärkung der Wettbewerbsfähigkeit durch
    Produktinnovation
   - Soziale Besserstellung durch Verbesserung der Lebens-
    bedingung und der Erwerbsmöglichkeiten in ländlichen
    Gebieten
   - Annahme der ökologischen Herausforderung durch umwelt-
    freundliche Praktiken sowie durch die Erhaltung von
    Lebensräumen und der Artenvielfalt

Darüber hinaus muss eine nachhaltige Landwirtschaft den Bedürfnissen und Ansprüchen der Verbraucher gerecht werden, insbesondere bei Qualität, Sicherheit und allenfalls bei traditionellen Produktionsmethoden.

Trotz hartem Preiskampf sind die Unternehmen angehalten, vernünftig und sparsam im Umgang mit Ressourcen in der Produktion und bei der Nutzung von Produkten umzugehen.

Nachhaltigkeit eröffnet auch neue Dimensionen der Wertschöpfung wenn der ökonomische Erfolg auch soziale Gerechtigkeiten und schonender Umgang mit Energie und Rohstoffen umfasst.

In verschiedenen Bereichen arbeiten wir eng mit unseren Lieferanten und Produzenten zusammen, um neue Wege zu suchen, die dem Nachhaltigkeitsprinzip Rechnung tragen, und die dadurch der Lebensmittelindustrie dienen wie auch den Konsumentenwünschen entgegenkommen. Die unbedeutende Grösse unseres Handelsbetriebes soll uns daran nicht hindern.

Beispiel Kaviar – Aserbeidschan
Die Cites Behörde (Washingtoner Artenschutzbehörde) setzt weltweit die Fangquoten und Produktionsmengen der produzierenden Länder fest. Quoten erhalten nur Länder, die die strengen Auflagen respektieren und jederzeit vor Ort kontrolliert werden können. In Aserbeidschan wird seit „Urzeiten“ Kaviar produziert und in alle Welt versandt. Die Fangstationen im ??? des Kaspischen Meeres an der Grenze zu Iran machen es möglich, den Stör in fast unberührten, sauberen Gewässern zu fangen. Die Fischer sammeln in kleinen Booten, die zum Laichen gereiften Störe ein. Jeder Stör erhält eine Nummer, die uns erlaubt, die Rückverfolgbarkeit jeder Originaldose (1,8kg) bis zum Fangort und zum Verarbeitungsbetrieb nachzuweisen.

Sicherstellung der Störbestände
Die Störfarm (Aufzuchtstation) Neftchala ist eine der grössten und modernsten Anlagen am Kaspischen Meer. Jedes Jahr werden 4-5 Mio Fingerlinge herangezogen und für die Aussetzung in die Freiheit vorbereitet. Wir beteiligen uns aktiv – mit einem finanziellen Betrag (Abgabe pro kg gekauftem Kaviar) und persönlichem Einsatz vor Ort an der Erhaltung einer der ältesten Tierarten – der Störe. In den Verkauf gelangt nur Kaviar von Lieferanten, die auch Aufzuchtstationen betreiben oder daran beteiligt sind und AKTIV gegen den ??? (Überfischung für den Schwarzmarkt) vorgehen. Das trifft auch auf den iranischen Kaviar zu.

Zuchtstör aus der Aquitaine (Frankreich)
Wir sind seit Beginn aktiv beteiligt am Verkauf des Aquitaine Kaviar. In den Zuchtanlagen – Naturbecken aus dem 20. Jahrhundert – wächst der sibirische Wildstör während 8-9 Jahren heran. Selbstverständlich werden die Fische nur mit hochwertigem Bio-Mar-Futter versorgt. Eine gute Alternative für alle Konsumenten, die aus persönlichen Gründen den Fang der wildlebenden Störe ablehnen und trotzdem auf den Kaviar-Genuss nicht verzichten wollen. Die Jahresproduktion liegt noch bei bescheidenen 6-8 Tonnen pro Jahr.

Merkmale:
    Fischfang in unberührter Natur und sauberen Gewässern.
    Tierschonender Fang. Jahrzehnte langes Wisse um Stör und
    Kaviar.
    Kontrolle durch eine offizielle „Schweizer“ Infrastruktur
    und moderne Anlagen garantieren Kaviar von höchster Qualität.

Wildlachs aus Alaska (Sockeye)
Der Sockeye, oder Rotlachs beginnt sein Leben auf den Kieseln eines entlegenen kleinen Bachs. Das Weibchen sucht sich ihren Laichplatz in den Kieselsteinen und hebt ein Loch aus. Wenn es zum Ablegen der Eier bereit ist, lässt sie das Männchen zum Befruchten an sich heran und legt die Eier.

Fünf bis sechs Monate nach der Eiablage schlüpfen die jungen Lachse. Der Sockeye hält sich noch ca 1 Jahr in den Flüssen oder Seen auf, bevor er sich auf den Weg Richtung Meer macht. In den nahrungsreichen Flussmündungen, wo sich Süsswasser mit Salzwasser vermischt verdoppelt sich das Gewicht der Lachse. Gleichzeitig finden im Organismus Veränderungen statt, die die Lachse auf das spätere Leben im Salzwasser vorbereiten. Nach einer langen Reise im Ozean (4-5 Jahre) kehrt der Lachs auf eine unfehlbare Weise vom Ozean in den Fluss zurück, der in einem Bach enden kann – hunderte Kilometer vom Meer entfernt – zu dem Ort an dem er geschlüpft ist.

Überwachung der Bestände
Das Amt für Fischfang in Alaska bestimmt über die Fischereipolitik, Regulierungen und Fangquoten für die Fischer. Vorrangiges Ziel ist es, jedes Jahr eine ausreichende Zahl von geschlechtsreifen Fischen zur Fortpflanzung in die Flüsse zurückkehren zu lassen. Das heisst die jährlich neu festgelegten Fangquoten werden je nach dem Verhalten der Fische, Wasserbestände und anderen Parametern angepasst und notfalls auch verboten. Somit wird nur eine ökologisch angemessene Menge an Fischen gefangen, so dass in jedem Fangjahr ausreichend Lachse die Flüsse zum Laichen erreichen. Die Entscheidungen werden während der ganzen Fangsaison von Biologen vor Ort – und nicht in entfernten Büros der Verwaltung – getroffen.
In über 15'000 Flüssen im ganzen Land werden auf diese Weise die Lachsbestände kontrolliert.

Fang
Zugelassen sind der Fischfang mit Kiemennetz, mit Ringwarde (kreisförmig ausgelegtes Netz, das im unteren Teil wie ein Geldbeutel zusammengezogen werden kann) und Leinenfang mit dem Troller (kleine Fischerboote mit 1 oder 2 Mann Besatzung). Unsere Rohware stammt ausschliesslich aus Leinenfang. Der Leinenfang erzielt kommerziell die geringste Verkaufszahl. Nur knapp 10% werden per Leinenfang eingeholt. Keine andere Methode lässt eine sorgfältigere und vorsichtigere Art der Fischerei zu. Diese gilt vom Fang bis zur Lieferung an den Einzelhändler. Bevor der Angelhaken herausgezogen wird, erhält der Sockeye einen kurzen Schlag auf den Kopf damit er sich nicht selber verletzen kann. Bauch und Kopfhöhle werden sofort mit Eis ausgefüllt und der Fisch anschliessend auf Eis gelegt. Dabei wird darauf geachtet, dass er mit keinem anderen Fisch in Berührung kommt. Die mit Leinen gefangenen Fische werden in der Regel im Ozean gefangen. Es handelt sich dabei um ausgezeichnete Lachse die aufgrund ihres Verweilens im Ozean noch in voller Lebenskraft sind. Die Qualität hat aber auch ihren Preis. Die grösste Menge geht nach Japan. Nur wenig Ware kommt in die Schweiz.

Merkmale:
    Schonender Leinenfang auf modernen Kleinbooten in den
    saubersten Gewässern der Welt, tiergerechte Schlachtung,
    fettarmer Lachs mit hohem Nährwert, reich an hochwertigen
    Proteinen, mit allen wichtigen Aminosäuren, vielen Vitaminen
    andere Zusatzstoffe sowie Omega 3 Fischöle (ungesättigte
    Fettsäure als Schutzfunktion gegen Herz- und Gefässer-
    krankungen sowie Krebs). Der Sockeye enthält mit 2,7 gr pro
   100 gr Fisch am meisten Omega 3 Fettsäuren.

Bluemarlin und Buttermakrele (Butterfisch)
Auch unsere Bluemarlin und Buttermakrelen werden ausschliesslich mit Leinen gefangen. Wir wollen verhindern, dass wir unnötig Raubbau der Fischbestände durch die Netzfischerei beteiligt sind.

Gänseleber – nicht gestopft
Foie gras, also Stopfente ist aus der klassischen Küche nicht wegzudenken und auch eine wichtige Produktegruppe in unserem Sortiment. Das Stopfen wird aber auch stark kritisiert.

Glückliche Gänse aus Ungarn
Es ist uns gelungen in Ungarn einen Züchter zu finden, der mit uns den langen und beschwerlichen Weg gegangen ist, Lebern von NICHT gestopften Gänsen zu produzieren. In der eigens für diesen Zweck bereitgestellten Betrieben wird integral gearbeitet: Von der Produktion der Eier, dem Ausbrüten der Kücken, der Betreuung der Junggänse und ihrer ca. 20-wöchigen natürlichen Auffütterung bis zur Schlachtung und Vermarktung der Leber wird alles vom gleichen Verantwortlichen erledigt, begleitet und überwacht. Die neue Aufzuchtmethode wird bis heute nur von unserem Geschäftspartner angewendet. Die dafür verwendete Rasse – eine der ältesten in Ungarn (gross und schwer) – produziert auf natürliche Weise eine Leber von 300-400 gr. Diese Leber weist alle geschmacklichen Vorteile einer Stopfleber auf. Bei der Zubereitung muss dem niedrigen Fettgehalt Rechnung getragen werden.
Die Mengen sind beschränkt, da der Bedarf an Grasland und Maisfeldern enorm ist. Die Aufzucht erfolgt ohne Antibiotika oder Gen-Manipulation. Die Rückverfolgung ist aufgrund der Eiermarkierung bis zu den Schlachttieren möglich.

Die glücklichen Gänse von Mortara (Italien)
Werden ebenfalls während der ganzen Aufzucht niemals gestopft. Da sie unter anderem Feigen über alles lieben, fressen die Tiere freiwillig genug um eine schöne Leber von 400-600 gr zu produzieren. Der Lebenszyklus der „Feigengänse“ ist extrem lang – bis zu 200 Tage. Das Brustfleisch ist deshalb strenger im Geschmack und zäher. Es wird vornehmlich in der Wiederverarbeitung verwendet. Die Köstlichkeit hat auch ihren „natürlichen“ Preis. Für 1 kg Rohware muss das doppelte bezahlt werden. Die Jahresproduktion der 20 angeschlossenen Bauern ist vergleichsweise klein und kann praktisch nicht mehr gesteigert werden.

Diese beiden Freilandproduktionen sind im Vergleich zu den traditionellen Aufzucht- methoden verschwindend klein, bilden jedoch eine willkommene Alternative.

Merkmale:
    Integrierte Freilandaufzucht mit riesigem Auslauf in
    satten Wiesen, Maisfeldern und Wäldern. Verwendet wird
    nur natürliches Futter ohne Zusätze, keine Gen-Manipulation.
    Böden, Haltung und Gesundheit werden durch staatliche
    Veterinäre kontrolliert. Regelmässige Kontrollen vor Ort durch
    Schweizer Verterinäre.