Wildkaviar
Als Kaviar bezeichnet man behandelten Rogen vom Stör. „Echter“ Kaviar
stammt von Stören (lat. Acipenser) aus dem Schwarzen, Asowschen
oder Kaspischen Meer, vom Amur River (Grenzfluss China-Russland)
oder auch aus der Donau. Wenn die Störe – ähnlich
wie Lachse – zum Ablaichen aus den Meeren in die Flüsse
aufsteigen, werden sie gefangen.
Sofort nach dem Schlachten wird dem weiblichen Stör der Rogensack
mit dem unbefruchteten Fischeiern entnommen. Anschliessend werden
die Eier durch ein Sieb gestrichen, das den Rogensack und den unerwünschten
Schleim zurückhält. Dann werden die Eier leicht gesalzen
(ca. 3.5%) und in 1.8 kg Original Blechdosen gefüllt. Bei
rund -3 bis 0° Grad Celsius ist der Kaviar ein Jahr haltbar.
Der Stör gehört zu den Knochenfischen
und ist eine der ältesten Fischarten der Welt. Ursprünglich
kam der Stör in den meisten europäischen, amerikanischen
und asiatischen Küstengewässern vor. Die wichtigsten
Produktionsländer sind heute Russland, Aserbaidschan, Kasachstan,
Iran, Rumänien, Bulgarien und China.
Wegen Gewässerverschmutzung und Überfischung gehört
er, gemäss Studie der Artenschutzbehörde zu den vom Aussterben
bedrohten Tierarten.
Der Beluga ist mit bis zu 9 m der grösste
Stör und mittlerweile sehr selten geworden. Das Weibchen wird
erst nach 20 Jahren zum ersten Mal geschlechtsreif. Der von ihm
stammende Kaviar ist der teuerste und begehrteste überhaupt.
Sein Korn ist stahl- bis silbergrau, dünnschalig, empfindlich
und mit ca. 3.5 mm Durchmesser am grössten. Der Beluga-Kaviar
ist sahnig-mild im Geschmack und wird in Dosen mit blauem Deckel
verkauft.
Der Osietra-Stör wird etwa 2 m
gross und kann bis zu 200 kg schwer werden.
Geschlechtsreif wird das Weibchen nach 8 Jahren. Das Korn des Osietra-Kaviar
ist golden bis grünlich, deutlich kleiner als beim Beluga-Kaviar,
dafür aber hartschaliger und weniger empfindlich. Er hat ein
leicht nussiges Aroma und ist mit keiner anderen Kaviar-Art vergleichbar.
Osietra-Kaviar wird in Verpackungen mit gelben Deckeln verkauft.
Sevruga Störe sind die kleinsten
unter den Störarten. Der Sevruga wird bis 1.5 m lang und 25
kg schwer. Das Korn hat ca. 2 mm Durchmesser, ist mittel- bis stahlgrau,
sehr dünnschalig und empfindlich. Sevruga ist der preiswerteste
Kaviar. Hat ein kräftiges, würziges Aroma und wird in
dosen mit roten Deckeln angeboten. Der Mensch ist der einzige Feind des Störs. Nach dem Zusammenbruch
der Sowjetunion blühte der illegale und unkontrollierte Störfang.
Mafia-ähnlich Organisationen schmuggelten schlecht verarbeiteten
Kaviar nach ganz Europa.
Um die vollständige Ausrottung des Störs zu verhindern,
wurden 1997 sämtliche Störarten weltweit unter Schutz
gestellt (CITES-Behörde).
Seriöse Kaviarhändler haben sich zur ICIA (International
Caviar Importers Association) zusammengeschlossen. Sie verpflichten
sich, ausschliesslich bei offiziellen anerkannten Kaviarproduzenten
einzukaufen, die einen Teil ihrer Einnahmen zum Schutz der Störbestände
und zur Aufzucht von Stör-Fingerlingen (Jungfische) verwenden. |